Nikolaus Mantel
Man sieht ihn in der Weihnachtszeit, seltener an Fasching: einen stattlichen Mann, mit weißem Rauschebart, langen roten Mantel und roter Mütze. Die Rede ist von Nikolaus. Doch was steckt da eigentlich dahinter? Warum ein roter Mantel?
Geschichte
Der heilige Nikolaus war ein griechischer Bischof, der in Myra, Kleinasien, wirkte. Es ist wenig von ihm bekannt, das sich historisch belegen ließe, nur, dass er in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts lebte. So ranken sich viele Legenden um ihn. Belegt ist zum Beispiel, dass er am Konzil von Nizäa teilgenommen hat. Nikolaus gilt als Schutzheiliger oder als Schutzpatron von Russland, Kroatien und Serbien. Zudem ist er der Beschützer der Kaufleute, der Seefahrer, so auch der deutschen Hanse, sowie der Kinder und Schüler.
Nikolaus von Myra hat eigentlich nichts mit dem heutigen Nikolaus bzw. Weihnachtsmann zu tun. Die vielen Legenden jedoch führten zu einer häufigen Gleichsetzung. Zwei Beispiele zeigen das deutlich: es gibt das Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Demnach gab ein Herr seinen drei Knechten je nach Begabung Geldstücke. Nach ihrer Rückkehr mussten die drei Knechte Rechenschaft darüber ablegen, was sie aus dem Geld gemacht hatten. Heute werden die Kinder nach ihrem Verhalten im vergangen Jahr gefragt.
Eine andere Legende ist die der drei Jungfrauen, die Nikolaus nachts beschenkt hat. Damit deren Mitgift gesichert ist, wirkt Nikolaus Gold in ihre Zimmer. Das erklärt die heutige Verbindung zum Schenken.
Werdegang
Seine Darstellung hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. So wird er als älterer Mann mit Vollbart und in Bischofsornat mit Mitra und Krummstab dargestellt. Weitere Darstellungen zeigen ihn als kleinasiatischen Magier, mit der typischen phrygischen Mütze. Man sieht ihn aber auch im Struwwelpeter als „bösen Niklas“ bereits im Jahr 1844, oder, stark verändert, als Gartenzwerg.
Was ist davon aber heute noch übrig? Beim Gartenzwerg ist die Zipfelmütze zu erkennen, beim Weihnachtsmann außerdem der rote Bischofsmantel und die ebenfalls rote Mütze. Nikolaus soll an einem 6. Dezember gestorben sein. An diesem Tag, auch sein Namenstag, bekommen die Kinder heute noch kleine Geschenke und Süßigkeiten. Und da sind wir beim heutigen Weihnachtsmann angekommen. Dies entstand aus der Kritik an der katholischen Heiligenverehrung heraus. Bereits im 19. Jahrhundert verband man Nikolaus mit dem Schenken und Beschenkt werden. Ursprünglich war der Nikolaustag der Tag der Bescherung. Mit der Reformation und oben erwähnten Heiligenkritik wurden die Geschenke am Weihnachtstag verteilt. Nikolaus wurde damit in manchen Regionen vom Christkind abgelöst.
Wirkung
Für die Eltern auch ein Instrument der Erziehung, denkt man an die bekannte, furchterregende Frage, ob man brav und fromm das Jahr über gewesen ist.
Wissenswertes
Noch ein Wort zum roten Mantel: der deutsche Einwanderer Thomas Nast prägte mit seinen Zeichnungen dieses Bild während des Amerikanischen Bürgerkrieges. Hier beschenkte Nikolaus die kämpfenden Truppen.
