Karneval
Karneval und Kostümierung ist untrennbar miteinander verbunden. Tradition hat der Karneval vor allem am Rhein, also Köln, Düsseldorf, Mainz. Karneval gilt als Fünfte Jahreszeit, in der man – zur Fastenzeit – auf Fleisch und Alkohol verzichten soll. Nördlich der Linie Bonn-Erfurt gibt es zahllose Karnevalsvereine. Zahlreiche Bräuche entstanden und entwickelten sich weiter. Im 19. Jahrhundert konnte man so zum Beispiel ungestraft Besatzer und Machthaber verspotten und kritisieren und den eigenen Lokalpatriotismus zeigen, etwa in Mainz gegen die Franzosen, in Köln gegen die Preußen.
Daher stammen auch die klassischen Kostüme, die Militäruniformen ähneln. In dieser Zeit darf auch nicht fehlen, neben der Politik auch die Kirche aufs Korn zu nehmen. Zu den beliebtesten Kostümen der Karnevals gehören zweifelsohne Kutten, Talare oder Bischofskostüm. Traditionelle und zeitlose Kostüme sind seit jeher Märchenfiguren wie Hexe, Zauberer, Fee oder ähnliches. Film und Literatur bieten dazu aktuelle Vorlagen wie etwa Harry Potter oder Rotkäppchen. Außerdem bieten Berufsstände viele Möglichkeiten. Mediziner, Piloten, Krankenschwester oder Stewardess sind hier besonders beliebt, vor allem aufgrund ihrer Wirkung auf das jeweils andere Geschlecht.
Auch Nationalitäten müssen für die Verkleidung herhalten. Schotten, Chinesen, Geishas, Spanier, Zigeunerinnen kann man in jeder Karnevalsveranstaltung entdecken.
Ausgefallene Kostüme wie Mülltonne oder Zahnpasta-Tube sind durchaus auch auf Umzügen oder Karnevalssitzungen zu finden. Der unbestrittene Klassiker ist aber der Clown oder der Harlekin. Ob Männer oder Frauen, zahllose Varianten von verspielt, romantisch bis grell-bunt sind denkbar und stehen. auch bei Kindern hoch im Kurs.
Welche Kostüme Frauen und Männer tragen, ist heute nicht mehr strikt getrennt. Selbstverständlich überwiegen die geschlechtsspezifischen und den Rollen entsprechende Kostüme. Doch findet man auch Herren in gewagten Ballerina-Kostümen oder Frauen in Uniformen. Im Karneval ist fast alles erlaubt und denkbar.
Grundsätzlich gilt, dass es Kostüme in unendlich vielen Varianten zu kaufen gibt oder, für die besonders Kreativen, auch recht leicht selbst anzufertigen sind. Den Ideen und Varianten sind keine Grenzen gesetzt. Ob man ein Karnevalskostüm im Onlineshop oder Modegeschäft kauft oder selbst näht und bastelt, ist der eigenen Zeit und dem Budget überlassen. Allerdings macht es auf jeden Fall Spaß, schon vor dem großen Umzug oder der Karnevalssitzung online nach Kostümen zu stöbern oder sich selbst an die Nähmaschine zu setzen. Accessoires machen daneben jedes Kostüm zu einem Unikat. Doch nicht für jeden ist die Komplettverkleidung ein Spaß. Ganz reduziert können Karnevalsmuffel auch schlicht mit roter Clowns-Nase und Brille, einer bunten Perücke, Katzenohren, ein Hexenhut und Zauberstab, eine Kochmütze mit Kochlöffel oder einem Turban zu den Veranstaltungen gehen.
Obwohl die Karnevalssaison bereits am 11. November beginnt, bleibt die Zeit bis zum Dreikönigstag eher ruhig. So gibt es bis dahin nur vereinzelt Veranstaltungen. Höhepunkt ist traditionell die Fastnachtwoche mit der Weiberfastnacht, dem Rosenmontag und dem Aschermittwoch. Auf den großen Umzügen in Köln, Düsseldorf und Mainz als Hochburgen kann man nicht nur die fantasievollen Wagen und Musikkapellen, sondern auch bunte Kostüme und beste Stimmung genießen. In Deutschland ist der Karneval vor allem in katholischen Regionen etabliert, also im Rheinland, Rheinhessen, Münsterland und Franken.
Karneval gibt es auf der ganzen Welt. Ausgelassenheit, das Verkleiden und Maskieren gehört zum Karneval in Rio de Janeiro ebenfalls dazu wie in Venedig oder Asien.
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