Junggesellenabschied
Wer will noch mal, wer hat noch nicht
Heute wäre eine Hochzeit, ohne vorher ausgiebig den Abschied des Junggesellendaseins gefeiert zu haben, beinahe unvorstellbar. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine Tradition aus England und Griechenland. In Griechenland war es beispielsweise Tradition, dass die Spartaner für die Freunde dessen Hochzeit ausgerichtet haben. Zu Anfang galt das allerdings nur für die Männer, da der Mann beim Vater seiner zukünftigen Braut um ihre Hand anhalten musste. Damit war der eigentliche Junggesellenabschied wenig spaßig, sondern eine ziemlich ernste Angelegenheit. Im Vereinigten Königreich wurde früher der Abschied beim Vater des Bräutigams abgehalten. Dabei wurde von den beiden Familienoberhäuptern der zu vereinigenden Familien geprüft, ob sich der zukünftige „Bräutigam“ auch tatsächlich genügend mit den zukünftigen „ehelichen Pflichten“ auskennt. Dabei wurde dem Ärmsten bei dieser Feier in Festtagskleidung eine Ansprache von dem Brautvater und dem Vater des Bräutigams abgehalten. Der Junggesellenabschied von damals hat also nur sehr wenig mit der ausgelassenen Feier zu tun, wie wir sie heute kennen. Diese wurde erst mit der Zeit vor allem in Deutschland so eingeführt, aber auch gerne als neuer Brauch in England beispielsweise übernommen.
Heute wird so gefeiert:
Meistens findet der Junggesellenabschied wenige Tage vor der eigentlichen Hochzeitsfeier statt. Geplant wird er dabei oft vom Trauzeugen oder bestem Freund, ohne dass der zukünftige Bräutigam etwas weiß. Die verabschieden dann den zukünftigen Bräutigam aus dem Leben als Junggeselle. Frauen feiern diesen Abschied mittlerweile ebenfalls sehr kreativ. Auch hier wird die Planung von der Trauzeugin oder besten Freundin übernommen. Man feiert getrennt, quasi als letzten Freiheitsakt vor der Hochzeit. Nur sehr selten feiern die zukünftigen Eheleute zusammen. Dabei wird Braut bzw. Bräutigam von den Freunden ein paar Tage vor der Hochzeit "entführt" um dann verkleidet durch die Stadt zu ziehen und zu feiern. Dabei müssen Braut und Bräutigam nicht selten Spiele machen, Aufgaben lösen oder Dinge verkaufen, um das Geld für die Finanzierung des Abends zusammen zu bekommen.

